Hypnotherapie nach Milton Erickson arbeitet nicht mit Überreden oder rationalem Erklären. Sie arbeitet mit dem, was unterhalb der bewussten Wahrnehmung passiert – mit Bildern, Körperempfindungen, Erinnerungen und automatischen Reaktionsmustern. In einem hypnotherapeutischen Trancezustand ist das Gehirn besonders offen für neue Verknüpfungen. Die neuronalen Netzwerke, die Angst und Panik automatisch auslösen, können in diesem Zustand gezielt angesprochen und verändert werden.
Vereinfacht gesagt: Panikattacken sind erlernte Reaktionen. Das Gehirn hat sich antrainiert, in bestimmten Situationen Alarm zu schlagen. Hypnotherapie hilft dabei, dieses Muster zu unterbrechen und neue, ruhigere Reaktionswege zu bahnen. Das ist keine Magie und kein Trick. Es ist neuroplastizitätsbasierte Arbeit – die Fähigkeit des Gehirns, sich durch neue Erfahrungen zu verändern. Und dieser Veränderungsprozess lässt sich durch Trancezustände beschleunigen.
In der Praxis bedeutet das: In einer hypnotherapeutischen Sitzung wird zunächst ein tiefer Entspannungszustand eingeleitet. In diesem Zustand sind Körper und Geist ruhig, aber der Klient ist durchgehend bewusst und bei sich. Es gibt kein Ausschalten des Bewusstseins, kein Kontrollverlust. In diesem entspannten Zustand arbeiten wir dann mit inneren Bildern, Ressourcen und neuen Reaktionsmustern. Zum Beispiel kann eine Person in Trance lernen, wie sich Sicherheit anfühlt – körperlich, emotional, kognitiv – und dieses Gefühl mit Situationen zu verknüpfen, die bisher Panik ausgelöst haben.